Mietkautionsbürgschaften

Mietkautionsbürgschaften oder auch Mietavale sind in den letzten Jahren immer populärer geworden. Unternehmen wie kautionsfrei oder Moneyfix-Mietkaution haben das Thema nicht zuletzt durch TV-Werbung in eine breitere Öffentlichkeit gerückt.

So funktionierts: Wenn man eine neue Mietwohnung bezieht, muss man in der Regel eine Kaution hinterlegen. Die Mietkaution beträgt meist 3 Monatsmieten und wird entweder beim Vermieter separat von seinem Vermögen verwahrt - oder auf ein sogenanntes Mietkautionssparbuch bei einer Bank angelegt. Zusätzlich wird eine Urkunde in 3 facher Ausfertigung ausgestellt. Eine erhält der Vermieter zusammen mit dem verpfändeten Sparbuch, eine der Mieter - und eine bleibt bei der Bank. Mietkautionskonten sind nicht erst seit kurzem schlecht verzinst, auch als es noch 3 oder 4 % Zinsen p.a. aufs Tagesgeld gab, dümpelten Mietkautionssparbücher meist mit einem Zins unterhalb von 1% pro Jahr herum.
Die Idee der Mietkautionsbürgschaft setzt dieses "herumliegende" Kapital frei. Statt z.B. 1000 Euro aufzubringen und dann auf einem Sparbuch herumliegen zu haben, bürgt eine Bank oder Kautionskasse dem Vermieter gegenüber für die Summe. Der Mieter, auch Bürgschaftsnehmer, zahlt dafür eine jährliche Gebühr an den Bürgen. Dazu kommt meist noch eine einmalige Bearbeitungsgebühr.

Hier bekomm ich es: Mietkautionsbürgschaften haben nach den "jüngeren" Anbietern wie kautionsfrei, smartkaution oder Moneyfix-Mietkaution auch viele etablierte Banken ins Programm genommen. Beispielsweise bietet die Norisbank, die SWK Bank oder auch die Deutsche Kreditbank (DKB) ihren Kunden eine solche Bürgschaft an.

Das kostet es: Die Kosten gehen weit auseinander. Ein Beispiel an einer Kautionssumme von 1000€.
Bei der Deutschen Kreditbank DKB zahlen Kunden jährlich 2,5% der Kautionssumme (mindestens 50€) und zusätzlich einmalige 30€. Bei 1000€ wären das also 50€ jährlich, und einmalig 30€.
Der Deutsche Mietkautionsbund e.v. (Kaution wird durch die R+V Versicherung gestellt) verlangt ebenfalls 50€ jährlich, aber nur 9,90€ Bearbeitungsgebühr.
Die Norisbank möchte inklusive Bearbeitungsgebühr im ersten Jahr schon 100€ und in der Folge weitere 60€ jährlich.
Bei einer Kautionssumme von 2000€ ändert sich das Bild etwas:
Die DKB verlangt weiterhin jährlich 50€ und zusätzlich einmalige 30€ für die Urkundenerstellung.
Der Deutsche Mietkautionsbund e.v. (Kaution wird durch die R+V Versicherung gestellt) verlangt  bei 2000€ Kautionsbetrag nun aber schon 94€ jährlich, bei einmalig 9,90€. Schlußlicht ist auch in diesem Beispiel die Norisbank - diese verlangt weiterhin 40€ einmalig und zusätzlich 110€ jährlich.

Bewertung: Wenn man gerade umzieht bzw. einen Umzug plant und knapp bei Kasse ist, kann man diese Möglichkeit der Liquiditätssicherung durchaus in Erwägung ziehen. Nicht jeder kann neben dem Umzug die Doppelbelastung - neue Kaution am besten vorab zahlen, alte Kaution nach spätestens 6 Monaten erhalten - locker stemmen. Wer es jedoch kann, sollte sich von der "scheinbaren" Ersparnis nicht sofort blenden lassen. Eine Mietkautionsbürgschaft kostet summa summarum Geld, während ein Mietkautionssparbuch Geld erhält. Spätestens wenn man mal an den Kauf einer Eigentumswohnung denkt, erinnert man sich freudig an das vor langer Zeit "versenkte" Kapital auf dem Mietkautionskonto. Denkt man über eine Mietkautionsbürgschaft nach, sollte man - wie so oft im Leben - Preise vergleichen. Allein die 3 beispielhaft präsentierten Anbieter unterscheiden sich im Jahr bei 2000€ Kautionssumme bei jährlichen Kosten um bis zu 60€ - in 10 Jahren wären das dann 600€. Sicherlich ist kein Anbieter immer der günstigste - vergleichen Sie also konkret anhand Ihrer Kautionssumme und geplanter Mietdauer. Wenn Sie wissen, dass Sie nur kurz in der Wohnung bleiben, kann auch die Höhe der einmaligen Gebühr eine entscheidende Rolle spielen - bei 10 Jahren Laufzeit rückt die Einmalgebühr aber in den Hintergrund.

Stand 25.11.2013

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